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27.3.2009 - GMZ, Wiesbaden
Nach nur knapp einem Jahr stellt NACHTGESCHREI ihr zweites komplettes Album "Am Rande der Welt" vor. Die CD haben wir schon ausführlich gewürdigt, nun galt es also, das Werk auch live zu bewundern. Wie das auf Parties so ist, war erst einmal Hallo sagen und Bekannte-Begrüßen angesagt. Auch die zwei Gewinner des Hasenpfeffer-Gewinnspiels waren mit ihren Begleitungen da. Leider konnten wir nur ein Paar begrüßen, denn bei dem großen Publikumsandrang haben wir die beiden anderen im Gewühl nicht mehr getroffen. Schade. Aber vielleicht könnt Ihr uns mal schreiben, wie es Euch gefallen hat. Wir würden uns sehr darüber freuen.
Los ging das Konzert mit SUMMER'S END aus Bad Homburg. Der Saal war schon bei den ersten Tönen gut gefüllt und im Laufe der ersten beiden Stücke "Ashes" und "When The Hero Dies" fanden sehr viele Leute den Weg vom Vorraum vor die Bühne. Satte Riffs, grooviger, stampfender Gothic-Metal, gepaart mit der wirklich sehr angenehmen Stimme von Frontfrau Maren. Nach einer kurzen Ansage ging es weiter mit "Frontchild" und "Rust" und auch hier war klar, dass Maren ihre Stimme sehr gut unter Kontrolle hat. Sehr energetisch und treibend präsentierte die Formation das instrumentale Stück "Ressurection". Bei "Silence" zeigten die Band noch mal vollen Einsatz, ließen sogar kleine Feuerfontänen aus ihren Gitarren sprießen und die beiden Gitarristen Thomas und Manuel schrubbten gegenseitig auf ihren Instrumenten. Diese Showeinlage wurde mit donnerndem Applaus belohnt, genauso wie der zwar kurze, aber sehr gelungene komplette Auftritt von SUMMER'S END, der mit "Falling/Asleep" einen sauberen Abschluss fand.
 Nach einer recht kurzen Umbaupause begann die NACHTGESCHREI-Inszenierung, diesmal nicht wie gewohnt mit Captain Jack Sparrow, der auch bei den letzten NACHTGESCHREI-Parties für Stimmung sorgte, sondern mit einem ganz besonderen Ehrengast: dem Tod! (alias Valerian de Winter) Er zitierte Textausschnitt aus dem Muspilli, der die Apokalypse ankündigt. Die akustischen Gitarren von "Fiur" ertönten und die Band kam in offensichtlich hervorragender Spiellaune auf die Bühne. Eine interessante Variante: Das Intro "Fiur" kam teilweise vom Band, die Band stieg aber bei den härteren Passagen ein. Ohne Unterbrechung geht es weiter mit "Muspilli" und "Herz aus Stein" von ihrem neuen Album "Am Rande der Welt" und sofort war klar: NACHTGESCHREI wollen uns heute so richtig einheizen! Was ihnen auch von Anfang an gelang. An dieser Stelle sollte noch folgendes gesagt sein: Nachdem der Vorverkauf nur schleppend verlief, befürchteten die Musiker, dass die Halle nicht sonderlich gut gefüllt wäre. Doch weit gefehlt! Viele Fans von Nah und Fern fanden sich an diesem Abend ein und das randvolle GMZ geriet augenblicklich in Bewegung, als die Jungs in die Tasten hauten. Einige Leute konnten sogar schon die neuen Texte mitsingen. Es folgte "Räuber", und der Saal kochte, fast alle Anwesenden scheinen den Erstling "Hoffnungsschimmer" zu kennen.
Es folgte eine kleine Verschnaufpause mit "Flügel" und somit ein weiterer Beweis, dass NACHTGESCHREI keine Newcomer oder "noch-so-eineMittelalter-Rockband" sind. Sehr professionell, aber nicht ganz ohne Haken und Kanten, spielten sie sich durch ein sehr anspruchsvolles Set und Sänger Hottie meisterte auch nach unglaublichen Gesangspassagen das folgende Stück "Nur ein kleines Stück vom Himmel" mit Bravour. Im Verlauf des Programms, das eine gute Mischung aus älteren und neuen Stücken war, wurde klar, dass gerade der Gesang auf "Am Rande der Welt" deutlich anspruchsvoller geworden ist. Und wer die Befürchtung hatte, Hottie würde das live nicht mehr können, der wurde am Freitag eines Besseren belehrt. Sehr sicher, manchmal etwas atemlos, aber immer emotional und stimmlich überzeugend kitzelte er auch bei den schwierigsten Teilen der neuen Stücke das beste aus seiner Stimme heraus. Seine Entertainment-Künste mögen umstritten sein, aber seine gesanglichen Fähigkeiten stehen außerhalb der Diskussion!
Das gilt übrigens nicht nur für Hottie. Die gesamte Band wirkte sehr sicher, auch wenn es bei den neuen Liedern manchmal Blickkontakt zwischen Tilman und Sane an der Gitarre gab, was nicht weiter verwunderlich war. Das neue Set wurde am Freitag zum ersten Mal gespielt. Schlagzeuger Stefan macht seinen Job wirklich sehr gut. Treibend und sicher führt er durch die Songs, ohne gezwungen zu klingen. Basser Ollie knurrt in den Tiefen, mal verspielt und mal das böse Tier. Aber auch die Folk-Fraktion war sehr gut gelaunt: Nik mit seinem Dudelsack und Flöten und Jo an der Drehleier und der Qutschkomode, bildeten im Sound den Gegensatz zur Metal-Fraktion. Nik war in außergewöhnlicher Bewegungslaune und Jo bediente seine Drehleier wie ein posender Rock-Gitarrist. Ein paar Probleme gab es leider mit dem Sound. So klangen die Akustikgitarren manchmal etwas blechern und die Flöten gingen ab und zu im Gesamtbild unter. Aber es ist natürlich auch schwierig, krachende Metal-Gitarren und akustische Instrumente unter einen Hut zu bringen. Meist hatte der Tontechniker nach wenigen Sekunden die Probleme wieder im Griff.
 Fehlen durfte an diesem Abend natürlich auch das bekannte Stück "Windstill" nicht und nach einer neuerlichen Steigerung bei "Glut in Euren Augen" war der Hauptteil des Konzerts zu Ende. Eigentlich hätte man den Jungs nun ihr Feierabend-Bier gegönnt, aber das Publikum ließ sich natürlich nicht so leicht abspeisen. Die erste Zugabe war der absoluter Live-Renner "Reise zu den Seen", der sehr ruhig beginnt und bei dem einem die Gänsehaut den Rücken herunter läuft, vor allem, weil die Steigerungen anfangs ausschließlich im Gesang stattfinden, während Sane einen sehr schönen, folkigen Akustikgitarren-Teppich legt. Ein unglaublicher Kracher, und umso erstaunlicher, dass Hottie das nach einer guten Stunde Live-Set noch problemlos singen konnte. Danach folgte "Totmacher" und zu guter Letzt natürlich "Der Meister", bei dem auch die Zuschauer noch mal kräftig mitsangen. Somit ging ein wirklich großartiges Konzert zu Ende. Schade? Ja, denn für das Publikum hätte es sicherlich noch zwei Stunden weitergehen können, aber die sieben Musiker hatten sich die Erholung verdient und ließen sich mit Recht nach dem Konzert am Merchandise-Stand ein wenig feiern.
Eine grossartige Band, die am Freitag mal wieder bewiesen hat, dass sie zu den besten des Genres gehört! Summer's End sind: Maren Born - vocal Thomas Landvogt - guitar Manuel Grebing - guitar Christian Grönqvist - bass Christoph Planteur - keyboard Michael Lemler - drums
Setliste SUMMER'S END: Ashes When the hero dies Frontchild Rust Resurrection Travel Borderlines Grey Silence Falling/Asleep
NACHTGESCHREI sind: Holger "Hottie" Franz - Gesang Joachim "Jo" Penc - Drehleier, Akkordeon Dominik "Nik" Stephan - Dudelsack, Flöten Sanedin "Sane" Pepeljak - Gitarren Tilman Scholz - Gitarren Oliver "Ollie" Klein - Bass Stefan Kolb - Schlagzeug
Setliste NACHTGESCHREI: Muspilli Herz aus Stein Räuber der Nacht Die Flügel Nur ein kleines Stück vom Himmel Wütis Niob Lass mich raus Windfahrt Fernweh Hoffnungsschimmer Wahrheit Deine Spur Lauf Windstill Glut in Euren Augen Reise zu den Seen Der Totmacher Der Meister
www.summers-end.de www.nachtgeschrei.de
Fotos: Bea Röder Mehr Fotos findet Ihr hier
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